26.08.2014

PR meets Coaching - alles Kommunikation oder was?

  • DiskutantInnen beim PR-Talk: „PR meets Coaching - alles Kommunikation oder was?"
vlnr.: Peter N. Thier (PRVA-Vizepräsident, Austrian Airlines), Susanne Ehmer (Organisationsberaterin), Saskia Wallner (Ketchum Publico), Regina M. Jankowitsch (Leiterin PRVA-AK Coaching & PR; Moderation), Werner Vogelauer (ACC-Präsidialmitglied). © PRVA/Jana Madzigon
    DiskutantInnen beim PR-Talk: „PR meets Coaching - alles Kommunikation oder was?" vlnr.: Peter N. Thier (PRVA-Vizepräsident, Austrian Airlines), Susanne Ehmer (Organisationsberaterin), Saskia Wallner (Ketchum Publico), Regina M. Jankowitsch (Leiterin PRVA-AK Coaching & PR; Moderation), Werner Vogelauer (ACC-Präsidialmitglied). © PRVA/Jana Madzigon 

Alles Kommunikation oder was? So lautete die Frage des aktuellen PR-Talks, der am 25.8.2014 im Rahmen einer Eventreihe des Public Relations Verbandes Austria (PRVA) beim BFI Wien stattfand. Coaching erhält innerhalb der PR-Branche und damit unter den Mitgliedern des PRVA eine immer größere Bedeutung: Denn einerseits machen immer mehr PR-BeraterInnen eine Coachingausbildung, andererseits hat sich der Coach zu einem neuen Geschäftspartner auch für die Kommunikationsverantwortlichen in den Organisationen entwickelt. Was bedeutet diese Annäherung am Markt, wo liegen Unterschiede, Schnittstellen, Synergien, aber vielleicht auch Konfliktpotentiale? Das wurde bei dieser Veranstaltung ausführlich beleuchtet und diskutiert. Die angeregte Diskussion war auch eine gute Gelegenheit, über den Tellerrand des eigenen Kommunikationsfeldes zuschauen.

Das Podium war bunt besetzt mit DiskutantInnen aus beiden Professionen. Schon bald kristallisierte sich eine klare Unterscheidung heraus: Coaching heißt fragen, um dem Prozess zu dienen, PR-Experte zu sein heißt, Antworten und konkrete Vorschläge anzubieten. Dr. Werner Vogelauer, Präsidialmitglied des österreichischen Coachingdachverbands (ACC) und Coaching-Ausbilder in Österreich, Schweiz, Deutschland und Südtirol erläuterte den Begriff des Coaches an einem einprägsamen Beispiel: „Der Begriff des Coaches kommt eigentlich aus einem ungarischen Dorf, in dem früher Kutschen hergestellt wurden. Daher leite ich gerne die Beschreibung ab: Der Coachee ist der Fahrgast, der sagt, wohin er will. Der Coach ist der Kutscher, der ihn dorthin führt.“

Die Teilnehmer fanden auch etliche Überschneidungen. So ist Dr. Saskia Wallner, Geschäftsführerin von Ketchum Publico, einer der führenden PR-Agenturen in Österreich und Juristin mit Background in der systemischen Beratung überzeugt: „ Das tiefere Verständnis für das Wort „Organisationssystem“ hat mich zu einer besseren PR-Fachfrau gemacht.“

Auch Dr. Susanne Ehmer, Organisationsberaterin, Dipl. Supervisorin und Coach mit Lehrtätigkeit an der Hochschule Freiburg und Universität Wien sieht Synergien. „Bei unserer Arbeit mit Change Prozessen denken wir von Anfang an mit, wie wir die Veränderungen kommunizieren werden. Denn was erzählt wird, wird irgendwann auch irgendwie wahr.“

Mag. Peter N. Thier, Vizepräsident des PRVA und Kommunikationswissenschafter leitet die Corporate Communications der Austrian Airlines, er erzählt: „Es hat in meiner Vergangenheit schon Momente gegeben, wo es sinnvoll gewesen wäre, einen Coach für einen Vorstand zu engagieren.“ Gefragt, wo er Coaching empfehlen würde, antwortet Thier: „Wenn mir als Kommunikationsexperte auffällt, dass sich zum Beispiel ein Bereichsleiter, der Vorstand wurde, in seiner neuen Rolle noch nicht ganz sicher fühlt.“ Auch die Aufgabe der CEO- Positionierung wurde als ein Schnittstellenthema genannt.

Klare Rollenverteilung wesentlich
Konflikte würden auch zwischen Coaching und PR da entstehen, wo die Rollen nicht klar verteilt sind, oder das Vertrauen fehlt. Werner Vogelauer erläutert: „Ich kann nur eine Person coachen, nicht eine Organisation. Aber natürlich dient das Coaching auch der Organisation, wenn es der Person hilft.“ Saskia Wallner meint: „In Organisationen ist ein vernünftiger Austausch zwischen Coach, Coachee und Vorgesetztem sehr wichtig. Das ist wie bei Patchworkfamilien. Da müssen auch alle vernünftig miteinander reden.“ Wie findet man den geeigneten Coach für sich als PR-Fachmensch oder für den Vorgesetzten, die Vorgesetzte? Susanne Ehmer: „Ein Coach sollte für mich positiv irritierend sein. Welche Fragen stellt er oder sie? Stellt er überhaupt Fragen? Und ich muss das Gefühl haben, dass ich bestmöglich begleitet werde im Prozess.“ Die Veranstaltung hatte zum Ziel, dass die Berufe der PR-Beratung und des Coaching einander im Interesse des Marktes und der optimalen Kundenbetreuung besser kennenlernen. Und sie war auch der Kick-OFF zu einer Workshop-Reihe am 11.November 2014 und am 3. März 2015 zu diesem Thema. In drei Arbeitskreisen haben Mitglieder des PRVA die Inhalte des Workshops erarbeitet. Die inhaltlichen Schwerpunkte liegen dabei auf 

  • Abgrenzung zwischen Coaching & PR – wo hört das eine auf, wo fängt das andere an? 
  • Annäherung zwischen Coaching & PR – wie findet man als PR-BeraterIn den richtigen Coach? 
  • Was sollte eine Coaching-Ausbildung für PR-BeraterInnen beinhalten?

Beide Berufe haben einiges gemeinsam und da und dort vielleicht auch schon die gleichen Kunden. Dr. Regina Jankowitsch, die durch den Abend führte, betonte abschließend: „Es gibt viele Potentiale zwischen Coaching und PR, aber eines ist klar: Jeder muss sich am Ende für das eine oder andere entscheiden, wenn man professionell agieren will.“

Video-Nachlese: © www.cosmicfilms.net
Fotogalerie: Abdruck honorarfrei – © PRVA/Jana Madzigon

Rückfragen:
Dr. Regina Jankowitsch, M.A., Coaching&Moderation, 01/532 55 10, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Mag. Petra Schwiglhofer; PRVA-Sekretariat: 01/ 715 15 40, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

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