Wie KI und soziale Medien unsere Welt verändern und was mit unseren Daten passiert

Haus der Industrie, Europa Saal // Wien
Profi-Treff
19. Oktober 2026
Schwarzenbergplatz 4, 1030 Wien

Künstliche Intelligenz und soziale Medien dominieren unseren Alltag – teils auch verborgen hinter den Kulissen des Internet. Mit der Nutzung von digitalen Technologien hinterlassen wir täglich Spuren im digitalen Raum.

 

In entspannter Atmosphäre widmen wir uns aktuellen Entwicklungen, Chancen und Herausforderungen.

 

  • Was kann KI und was (noch) nicht?
  • Welche Auswirkungen auf die Gesellschaft und jede/n Einzelne/n beobachten wir?
  • Welche Daten werden gesammelt, wie werden sie verarbeitet und welche Rolle spielt dabei künstliche Intelligenz?
  • Welche Chancen bieten sich in der Forschung?
  • Wie verändert sich die Arbeitswelt?

 

Prof. Dr. Bernd Resch ordnet technische Entwicklungen kritisch in gesellschaftliche und politische Zusammenhänge ein, beleuchtet die Mechanismen moderner Datennutzung und zeigt, wie KI darin Muster erkennt.

 

Nach dem interaktiven Vortrag gibt es noch Gelegenheit zum informellen Austausch im persönlichen Gespräch.

Darüber hinaus können noch diverse digitale Technologien wie VR-Brille, Roboterhund oder die AR-Sandkiste ausprobiert werden.

 

Referent: Prof. Dr. Bernd Resch ist Gründungsprofessor für GeoSocial Artificial Intelligence an der Interdisciplinary Transformation University (IT:U) in Linz.

 

Dieser PRofi-Treff findet in Kooperation mit Eva Sator statt. Wir freuen uns über die Partnerschaft und die gemeinsame Gestaltung dieser Veranstaltung. Mehr über Eva Sator erfahren Sie unter www.evasator.at.

Nachbericht

Künstliche Intelligenz und soziale Medien: Rettet uns die Technologie?

Manche Themen sind einfach zu spannend für einen einzigen Abend. Bereits im Mai hatte Prof. Dr. Bernd Resch bei einem PRVA-Profi-Treff im Digital City Studio in Linz mit seinen Einblicken in die KI-gestützte Forschung beeindruckt. Grund genug, das Thema noch einmal aufzugreifen. Gemeinsam mit Eva Sator holten wir den Gründungsprofessor für GeoSocial Artificial Intelligence an der neuen Interdisciplinary Transformation University (IT:U) in Linz deshalb am 19. Oktober 2026 erneut auf die Bühne – diesmal ins Haus der Industrie in Wien.

 

Wann haben wir heute zum ersten Mal digitale Spuren hinterlassen? Beim Blick auf Google Maps? Mit der ersten WhatsApp-Nachricht? Oder vielleicht schon beim Entsperren unseres Smartphones?

Mit dieser Frage brachte Resch die Teilnehmer:innen gleich zu Beginn ins Grübeln. Denn wir produzieren täglich Unmengen an Daten, oft ganz nebenbei und ohne uns Gedanken darüber zu machen, was anschließend damit passiert.

Unter dem Stichwort Datenkapitalismus zeigte Resch, wie wertvoll diese Informationen mittlerweile geworden sind. Von personalisierter Werbung über Bewegungsprofile bis hin zu dynamischen Preisen auf Buchungsplattformen: Unsere Daten sind längst ein Wirtschaftsgut, und unser digitales Verhalten verrät oft mehr über uns, als uns lieb ist.

Besonders eindrucksvoll waren dabei Beispiele aus unserem Alltag. Was verrät eine Fitness-App über unsere Bewegungen? Wie viel wissen Unternehmen über unser Nutzungsverhalten? Und wie privat bewegen wir uns eigentlich im Internet? Die zahlreichen Zwischenfragen zeigten schnell, wie sehr diese Themen die Teilnehmer beschäftigen.

 

Dass Künstliche Intelligenz einen wichtigen gesellschaftlichen Beitrag leisten kann, verdeutlichte Resch anhand seiner GeoSocial-AI-Forschung. Dabei werden unter anderem Social-Media-Posts mithilfe von KI analysiert, um räumliche und zeitliche Muster zu erkennen. So lässt sich beispielsweise anhand der Beiträge nach einem Erdbeben erstaunlich genau eingrenzen, welche Gebiete tatsächlich betroffen sind und wo lediglich darüber gesprochen wird. Bei einer groß angelegten Katastrophenschutzübung in Salzburg erprobte das Forschungsteam zudem, wie solche Datenanalysen helfen können, Krisen-Hotspots zu identifizieren und Einsatzkräfte bei der Lageeinschätzung zu unterstützen. Auch bei der Beobachtung von Krankheitsausbrüchen eröffnen solche Verfahren neue Möglichkeiten, Entwicklungen frühzeitig zu erkennen.

Doch so beeindruckend die technologischen Möglichkeiten auch sind, sie haben ihre Schattenseiten. Denn KI ist nicht neutral und immer politisch. Sie lernt aus bestehenden Daten und übernimmt damit auch deren Verzerrungen, sogenannte Biases. Besonders spannend war dabei der Blick auf unsere Sprache: Formulierungen, die von KI-Systemen besonders häufig verwendet werden, finden zunehmend ihren Weg in unsere eigene Kommunikation. Technologie bildet unsere Gesellschaft also nicht nur ab, sondern verändert sie auch.

 

Auch die gesellschaftlichen Folgen sozialer Medien kamen nicht zu kurz. Besonders nachdenklich stimmte Reschs Blick auf die psychische Gesundheit junger Menschen. Anhand verschiedener Zahlen zeigte er, dass psychische Belastungen und Erkrankungen seit etwa 2015 zugenommen haben. Gleichzeitig haben sich soziale Medien immer stärker in unserem Alltag etabliert. Ein zeitlicher Zufall? Resch glaubt nicht daran. Er sieht einen Zusammenhang zwischen intensiver Social-Media-Nutzung und den zunehmenden psychischen Problemen, insbesondere bei jungen Menschen. Auch wenn die zeitliche Entwicklung allein noch keinen eindeutigen Kausalzusammenhang beweist, wirft sie Fragen auf, die wir als Gesellschaft ernst nehmen sollten.

 

Eine seiner zentralen Botschaften: Technologie wird uns nicht retten. Zumindest nicht allein. Denn Innovation bedeutet nicht automatisch gesellschaftlichen Fortschritt. Resch plädierte deshalb dafür, neben technologischen Entwicklungen auch soziale Innovation und einen verantwortungsvollen sowie kritischen Umgang mit digitalen Möglichkeiten stärker in den Mittelpunkt zu rücken.

 

Natürlich durfte bei dem PRofi-Treff auch ein Blick auf die Zukunft der Arbeitswelt nicht fehlen. Welche Aufgaben wird KI künftig übernehmen? Welche Berufsbilder verändern sich? Und welche Fähigkeiten werden in Zukunft besonders wichtig sein? Resch hob dabei vor allem drei Kompetenzen hervor: Kreativität, Flexibilität und Kommunikation. Klassische Einstiegsjobs dürften mehr unter Druck geraten, während fundiertes Fachwissen und Spezialisierung an Bedeutung gewinnen. Entscheidend sei dabei die Kombination aus einem breiten Wissensfundament und vertiefter Expertise in einzelnen Bereichen. Wer sich flexibel auf neue Entwicklungen einstellen und laufend dazulernen kann, dürfte künftig besser aufgestellt sein.

 

Aus dem interaktiven Vortrag entwickelte sich immer wieder ein lebhafter Austausch, bei dem persönliche Erfahrungen, kritische Fragen und unterschiedliche Perspektiven Platz fanden. Und nach so viel Theorie durfte Technologie auch selbst erlebt werden: Mit einer VR-Brille konnten die Teilnehmer:innen in virtuelle Welten eintauchen, während ein Roboterhund für neugierige Blicke sorgte.

Ein gelungener Ausklang für einen Abend, der gezeigt hat, wie faszinierend, vielseitig und manchmal auch erschreckend unsere digitale Welt ist. Und der wohl bei einigen dafür gesorgt hat, beim nächsten Klick ein bisschen genauer hinzuschauen.

 

Vielen Dank an Prof. Dr. Bernd Resch für die spannenden Einblicke, an Eva Sator für die tolle Zusammenarbeit und an alle Teilnehmer:innen für die interessierten Fragen, angeregten Diskussionen und den offenen Austausch!

 

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