Zwischen Praxis, Perspektiven und klaren Botschaften: Marta Urcelay-Cervera

© Urcelay-Cervera

Marta studiert an der FH St. Pölten – University of Applied Sciences. Sie spricht über Praxis, Perspektivenvielfalt und warum Kommunikation für sie immer reflektiert bleiben muss – auch im Zeitalter von KI. Ein persönlicher Einblick in Denkweisen, Stärken und Lieblingsrituale zwischen Zugfahrt, Teamwork und Tomatensauce.

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Wie sieht dein perfekter Studientag aus?

Mein perfekter Studientag beginnt mit einem Morgenspaziergang zum Westbahnhof und einer entspannten Zugfahrt nach St. Pölten. Besonders schätze ich Studientage mit Praxislaboren, weil dort eigene Ideen präsentiert, unterschiedliche Perspektiven kennengelernt und konstruktives Feedback ausgetauscht wird. Auch eine Freistunde, die ich mit Schabernack treiben mit meinen Freundinnen verbringe, gehört für mich dazu.

2033: Wird die Kommunikation menschlicher/empathischer oder perfekter/KI-basierter?

Kommunikation wird bis 2033 deutlich zielgruppenspezifischer und stärker auf einzelne Personen zugeschnitten sein. Dadurch wird sie nach außen menschlicher wirken, gleichzeitig aber durch datenbasierte Ansätze deutlich präziser und perfekter werden.

Was ist ein absolutes Must (Hard oder Human Skills) als Kommunikator:in?

Für mich ist ein absolutes Must als Kommunikatorin das Bewusstsein, dass Botschaften nie exakt so ankommen, wie sie geplant sind. Menschen nehmen Inhalte stets vor dem Hintergrund ihrer individuellen Erfahrungen, Werte und Lebenssituationen wahr. Umso wichtiger ist für mich eine respektvolle und reflektierte Kommunikation.

Was ist deine größte Stärke – beruflich und/oder privat?

Beruflich wie privat bereitet es mir große Freude, Personen, Ideen und Situationen zusammenzubringen und dieses Zusammenspiel zu organisieren. Auch von Stolpersteinen lasse ich mich dabei nicht abhalten, sondern sehe sie als Teil des Prozesses.

Welches (Fach-)Buch würdest du jedem als Leseempfehlung geben?

Derzeit lese ich besonders gerne südkoreanische Literatur. Eine Empfehlung ist Kim Jiyoung, geboren 1982, das die Lebensgeschichte einer Frau nutzt, um gesellschaftliche Rollenbilder und strukturelle Benachteiligungen in Südkorea zu thematisieren.

Allesfresser, Gänseblümchen-Fan oder Frutarier – wo bist du kulinarisch zu Hause?

Besonders gerne koche ich thailändische Gerichte. In besonders stressigen Momenten greife ich jedoch am liebsten zu meinem persönlichen Wohlfühlessen Reis mit Frankfurter und Tomatensauce.

Welche Musik hörst du, wenn du dich im Job geärgert hast?

Wenn ich mich besonders ärgere, höre ich am liebsten das Album By the Way von den Red Hot Chilli Pepper oder OK Computer von Radiohead. Das Lied Burning Down the House von den Talking Heads bringt die Laune definitv wieder in Schwung.

Apropos, was stört dich an der Branche?

Obwohl Studiengänge in Kommunikation und Marketing überwiegend von Frauen besucht werden, spiegelt sich dieses Verhältnis in Führungspositionen von Kommunikationsunternehmen noch nicht wider. Hier sehe ich weiterhin eine strukturelle Ungleichheit, die die Branche aktiver adressieren sollte.

Wo siehst du bei der KI-Nutzung die größten Gefahren für unsere Branche?

Die größte Gefahr sehe ich in fehlender Transparenz und unzureichender Quellenangabe bei KI-generierten Inhalten. Das kann Vertrauen untergraben und die Glaubwürdigkeit der Branche langfristig schädigen.

Wo ist der Unterschied zwischen Propaganda und PR?

Propaganda verfolgt das Ziel, eine Ideologie zu vertreten, während PR Botschaften vermittelt, ohne ein ideologisches System zu repräsentieren.

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