13.08.2014

Ein Intranet allein macht keinen Sommer

Kommentar von Dr. Kristin Engelhardt, Geschäftsführerin engelhardt kommunikation gmbh

Die Bandbreite ist groß, wie sich Unternehmen den Themen Intranet und Interne Social Media nähern, denn die technischen Möglichkeiten sind beeindruckend. Jedoch: Nicht die Technik ist entscheidend, sondern das Wie der Kommunikation, das den Unterschied ergibt.

Beim PRVA-Roundtable Social Media am 12. Juni 2014 (Facebook-Gruppe) wurden drei Beispiele präsentiert, nämlich die Lösungen von Microsoft Österreich, Frequentis AG und Oesterreichische Kontrollbank zum Thema Intranet und Interne Social Media. Sie zeigen vor allem eine Gemeinsamkeit: Intranet und Interne Social Media dienen vor allem der Arbeitsunterstützung, der projektbezogenen Kommunikation und dem Wissensmanagement.

Arbeitsunterstützung und Unternehmenskultur

Am unterschiedlichen Wie hingegen wird die gelebte Unternehmenskultur greifbar. „Dein General Manager spricht persönlich mit dir“ – ist eine der wesentlichen Botschaften, die sich in der neuen Form der Internen Kommunikation von Microsoft Österreich ausdrückt. Noch mehr Führungsverantwortung geht damit Hand in Hand, und ein Führungsstil in Augenhöhe. Beim Kommunikationsstil von Frequentis tritt zu Tage, dass die MitarbeiterInnen große Wertschätzung genießen: Sie können die Art und Weise der Kommunikation aktiv mitgestalten. Bei der Oesterreichischen Kontrollbank wiederum wird anhand des Projekts zur Einführung des neuen Intranets deutlich, wie sehr „Gemeinsamkeit“ – also Teamgeist und Konsens – eine Rolle spielen. Aufwändiges Feedback, ein intensives Schulungsprogramm, ein Mitarbeiter-Event sowie „MOPS“-Frühstücke für Content-Verantwortliche aus allen Bereichen begleiteten die Implementierung.

Die Schlussfolgerung: Sobald ein perfektes, modernes Intranet und Interne Social Media eingeführt wurden, ist alles paletti. Oder doch nicht? Nein, Interne Kommunikation braucht eine umfassendere Sichtweise als die rein auf Produktivitätssteigerung und funktionierende Zusammenarbeit ausgerichtete. MitarbeiterInnen sollen als Botschafter des Unternehmens auftreten und die „Marke“ ihres Arbeitgebers propagieren können. Dazu braucht es Inhalte und Botschaften – um sie zu vermitteln, müssen auch andere Medien herangezogen werden: Intranet und Interne Social Media allein können hier an ihre Grenzen stoßen.