09.05.2014

Vertrauen in der Krise

  • Andrea Winter ©ÖRK/Jürg Christandl
    Andrea Winter ©ÖRK/Jürg Christandl 

Kommentar von Mag. Andrea Winter, Bereichsleiterin Marketing und Kommunikation beim Österreichischen Roten Kreuz

Wenn alles ins Wanken gerät, gibt die Zivilgesellschaft Halt

Bei dem Wort Krise schwingt vieles mit, insbesondere die undefinierbare Angst, dass alles schlechter wird. Krise – da gerät etwas ins Wanken und zwar die Grundfesten unserer Gesellschaft. Die (mediale) Omnipräsenz von Krisen löst Furcht aus. In Zeiten, in denen allerorts davon die Rede ist, dass die Wirtschaft, die Politik und bei Freunden von Endzeitszenarien die gesamte Gesellschaft den Bach runter gehen, ist es mit die Aufgabe des dritten Sektors Halt und Vertrauen zu geben. Wenn Banken krachen und der Steuerzahler einspringen muss, wenn die Arbeitslosigkeit steigt, dann sinken automatisch das Ansehen von Politikern und das Vertrauen, das ihnen entgegengebracht wird.

In zahlreichen Umfragen zeigt sich folgendes ganz deutlich: bei der Frage, wem das meiste Vertrauen entgegengebracht wird, haben NPOs die Nase vorn – in guten wie in schlechten Zeiten. Gerade wenn es schwieriger wird, gibt dieses Vertrauen den nötigen Halt. Vor nunmehr zwei Jahren ist das Österreichische Controller-Institut (ÖCI) gemeinsam mit Contrast Management-Consulting in einer Studie der Frage nachgegangen, wie sich die Krise auf das Management von NPOs auswirkt. Eine Antwort dieser Studie: Die Bedeutung von PR ist seit 2009 – also seit dem Zeitpunkt als die Wirtschaftskrise mit voller Wucht aufgeschlagen ist – signifikant gestiegen. Vertrauen kommt nicht von ungefähr, Vertrauen muss erarbeitet werden. Dass gerade NPOs stark vertraut wird, ist auch auf gelungene Öffentlichkeitsarbeit zurückzuführen. Halt geben kann ein ideelles Ziel von NPOs in Krisenzeiten sein. Doch wenn (krisenbedingt) die Bedürftigkeit steigt und (krisenbedingt) die Budgets für Gegenmaßnahmen stagnieren oder gar sinken, dann ist Überzeugungsarbeit notwendig, damit diese Maßnahmen finanziert werden – und auch das ist Aufgabe von PR.