13.03.2014

Sagst du’s allen, dann sag es einfach

Kommentar von Robert Bauer, Managing Partner bei asoluto public+interactive relations

 Im Mediencoaching ist es eine Binsenweisheit: Man muss seine Botschaften so formulieren, dass ein durchschnittlicher Jugendlicher von 12 Jahren sie inhaltlich erfassen kann. Das Gleiche gilt auch in der Umsetzung, vor allem, wenn man sich an die breite Öffentlichkeit richtet. Wer sich nicht daran hält, kann böse Überraschungen erleben.

So war man etwa überrascht, dass der Rücklauf auf die Aussendungen der Pensionsversicherungsanstalt zum Pensionskonto so gering war. Dabei ging es doch um eine gut gemeinte Einladung an die Bevölkerung, alle Unterlagen einzureichen, um möglichst viele Zeiten für die Pensionsermittlung angerechnet zu bekommen. Aber „gut gemeint“ heißt eben nicht „gut gemacht“: Tatsächlich waren die diversen Schreiben an die Pensionsbezieher von morgen nicht gerade Musterbeispiele für Klarheit und durchdachte Kommunikation. Kein Wunder also, wenn halb Österreich hier „aussteigt“ und mit der ganzen (eigentlich durchaus wichtigen) Sache lieber nichts zu tun haben will. Dass der öffentliche Sektor es auch besser kann, zeigen etwa die ÖBB: Deren Anrainerinformationen zu Bauprojekten sind meistens ästhetisch gelungen, inhaltlich aussagekräftig und – auch in ihren technischen Details – verständlich, eben auch für den erwähnten jugendlichen Leser. Klare Aussagen zum Projektnutzen, zu Bauzeiten und auch zu unangenehmen Themen wie Baulärm, Erschütterungen oder Staubentwicklung machen die Information und ihren Absender glaubwürdig. Erfreulich, wenn „gut gemeint“ auch „gut gemacht“ wird.

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